HEUTE IST EIN GUTER TAG FÜR DEN DER BESTEN KAFFEE MAG

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Montag, 18. April 2011

Kolumbianische Kaffeetanten

Vom Gastautor Oliver Hölcke aus Bogota (Kolumbien): 
Das in Kolumbien gutes Koks angebaut wird, ist sicherlich ein dummes Vorurteil , welches ich weder bestätigen kann noch mag, aber im Falle des Kaffeeanbaus, wag ich mal das Urteil, daß sie sehr genau wissen, wie man ihn gut verarbeitet. Kolumbien ist stolz auf seine Kaffeekultur, die es auch tatsächlich gibt. Im Gegensatz zu seinem südlichen Andennachbarland Ecuador, in dem auch Kaffee angebaut wird. Ausdruck ihres durchaus globaldenkenden Geschäftsinns sind die kolumbianischen Café-Ketten Juan Valdez Café und Diletto. In diesem Marktsegment finden trotzdem kleine Exoten ihre Nische. So wie die 53jährige Maria mit ihrer Freundin Lourdes.  
Lourdes und Maria
Jeden Samstag und Sonntag von 7Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang um 18Uhr stehen die beiden im Park vor dem Planetarium mitten in der Innenstadt von Bogota und bieten aus einem alten Van heraus ihren selbstgebrauten Kaffee an. Gutbehüteter Star der beiden Kaffeetanten ist eine alte italienische Maschine, die, nach Marias Angaben, mindestens 50 Jahre alt ist, wenn nicht noch älter. 
Wie die Maschine nach Kolumbien gekommen ist, das wußte sie nicht zu erzählen. „Wir habens schwer, weil unser Kaffee immer etwas länger dauert, als in den Coffeeshops und die Leute ungeduldig werden, wenn sie ihn nicht schnell genug bekommen. Manchmal verliert die Maschine halt ihren Druck und dann wird das Wasser nicht richtig heiß.“  

Ein „Tinto“, sowas zwischen normalen Kaffee und Espresso, kostet 800 Pesos, das sind umgerechnet knapp 30Cent, ein Capuccino kostet 1200 Pesos (45 Cents). Dank der wirklich aufopfernden Pflege schmeckt ein Tinto so gut, daß man es nicht bei einem belassen kann.

Dienstag, 1. Juni 2010

¿Cafécíto o Café pasado?



Bloß keinen Cafécíto!! Cafécíto klingt niedlich;… -ito ist eine Verkleinerungsform, die aber auch zur Verharmlosung (“Der Kaffee kostet wirklich nur einen klitzekleinen dollarito”) oder Verballhornung (pobre-arm: "oh mein kleiner pobrecito.. hast du dir weh getan?”) von Subjekten oder Adjektiven benutzt wird. Cafecíto wird also von "Café" abgeleitet und ist ein kleiner Kaffee, der niedlich zu sein scheint. Aber soll ein Kaffee niedlich sein? NEIN!


 Ich lebe nun seit zehn Monaten in Ecuador und kann mich immer noch nicht damit arrangieren, daß es in diesem Kaffee produzierenden und exportierenden Land, KEINE Kaffeekultur gibt. Ich spreche nicht von den auch sich hier breit machenden Coffeeshop-Ketten, die allesamt aus Kolumbien oder Panama stammen. Nein, ich spreche vom allgemeinen, alltäglichen Kaffeegenuss im Privathaushalt. Da steht keine Kaffeemaschine oder ein Brüher oder eine Kanne, nein da steht meist nur eine Dose Nescafé. Wasser heiss machen, ein Löffel Instant Kaffee in den Becher, drüber giessen und fertig ist der Cafécíto. Leider hat sich diese unsittliche Sitte auch so gut wie in sämtlichen  Restaurants oder Cafés etabliert. Man bekommt eine Tasse mit heissen Wasser und den Nescafé auf den Tisch gestellt. Wenn man Capuccino trinken möchte, bekommt man eine Tasse mit heisser Milch und Nescafé auf den Tisch gestellt.


Ordentlich gebrühten Filterkaffee nennt man dann hier “Café pasado” (pasar: durchgehen, passieren).  Man sollte also immer vor dem Hinsetzen fragen, ob es Cafécíto oder café pasado gibt. Das erspart einem Kaffeeliebhaber so manche Überraschung.


text: oh